Hitze in der Stadt

Hitzekarte und Hitzekataster: was sie zeigen und wie sie entstehen

Was Hitzekarten und Hitzekataster zeigen, wie sie aus Klima- und Geodaten entstehen und wie Kommunen sie für Priorisierung und Maßnahmenplanung nutzen.

Stephan Grabner
Stephan Grabner

Geodaten/GIS & Klimaanalyse · Khoch3 KlimaKarten

Kurz gesagt. Eine Hitzekarte zeigt räumlich, wo sich Ihr Stadtgebiet besonders aufheizt. Ein Hitzekataster ist die systematische, oft fortgeschriebene Sammlung dieser Informationen für die gesamte Kommune. Beide entstehen aus Klimamodellen, Satelliten- und Geodaten sowie Angaben zu Bebauung und Nutzung. Ihr Wert liegt nicht in der Karte selbst, sondern darin, dass sie Maßnahmen begründbar und vergleichbar macht.

Warum das für Ihre Kommune zählt. Ohne räumliche Daten werden Hitzemaßnahmen oft dort umgesetzt, wo sie sichtbar sind, nicht dort, wo sie am meisten nützen. Eine Hitzekarte verschiebt die Diskussion von Bauchgefühl zu Evidenz. Sie ist außerdem eine belastbare Grundlage für Förderanträge und für die Kommunikation im Rat.

Was zeigt eine Hitzekarte genau?

Das hängt vom Kartentyp ab. Häufig unterschieden werden: Oberflächentemperatur (aus Satellitendaten, zeigt die Wärme von Dächern, Straßen, Grün), Lufttemperatur beziehungsweise thermische Belastung (näher am menschlichen Empfinden) und nächtliche Wärmebelastung. Für die Gesundheit ist oft die Nacht entscheidend. Wichtig ist, den Kartentyp zu kennen, die Oberflächentemperatur eines Daches sagt wenig über die Belastung der Menschen darunter aus.

Wie entsteht eine solche Karte?

Grundlage sind mehrere Datenquellen: Satellitendaten für Oberflächentemperaturen, Klima- und Wettermodelle des DWD, Geodaten zu Gebäuden, Versiegelung und Vegetation sowie gegebenenfalls lokale Messungen. Diese Ebenen werden verrechnet, sodass ein flächendeckendes Bild der Wärmebelastung entsteht. Der Detailgrad reicht von grober Rasterauflösung bis zu Karten auf Quartiers- oder Gebäudeebene. Je feiner, desto aufwendiger die Daten.

Wozu nutzen Kommunen ein Hitzekataster?

Drei typische Verwendungen: Erstens Priorisierung, wo setzen Sie begrenzte Mittel zuerst ein? Zweitens Verknüpfung mit Nutzung, wo treffen hohe Belastung und vulnerable Einrichtungen aufeinander? Drittens Wirkungskontrolle, verändert sich die Belastung nach Umsetzung von Maßnahmen? Ein Kataster wird dabei fortgeschrieben, sodass Sie Entwicklungen über die Jahre verfolgen können.

Die ehrliche Grenze. Eine Hitzekarte ist ein Modell, keine Messung an jeder Straßenecke. Auflösung und Datenqualität bestimmen die Aussagekraft. Eine grobe Karte zeigt Tendenzen, ersetzt aber keine Detailbetrachtung vor Ort. Und die Karte allein verändert nichts, sie ist eine Entscheidungsgrundlage, keine Maßnahme.

Wann sich KomAdapt lohnt. Wenn Sie nicht nur eine Karte, sondern eine nutzbare Analyse wollen, verbindet die Risiko- und Betroffenheitsanalyse von KomAdapt Hitzedaten mit Ihrer konkreten Stadtstruktur und vulnerablen Nutzungen, wie bei den Hitzekarten für die Stadt Meinerzhagen. So wird aus Farbflächen eine begründete Reihenfolge für Maßnahmen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hitzekarte und Hitzekataster?

Eine Hitzekarte ist eine einzelne Darstellung der Wärmebelastung. Ein Hitzekataster ist die systematische, meist fortgeschriebene Sammlung solcher Informationen für das gesamte Stadtgebiet, häufig mit weiteren Daten verknüpft.

Welche Datenquellen stecken hinter einer Hitzekarte?

Typisch sind Satellitendaten für Oberflächentemperaturen, Klima- und Modelldaten des DWD, Geodaten zu Bebauung, Versiegelung und Vegetation sowie teils lokale Messungen.

Wie genau sind Hitzekarten?

Die Genauigkeit hängt von Auflösung und Datenqualität ab. Grobe Karten zeigen belastbar, welche Stadtteile relativ wärmer sind. Aussagen für eine einzelne Adresse erfordern feinere Daten.

Brauchen kleine Kommunen ein Hitzekataster?

Auch kleine Kommunen profitieren von einer räumlichen Übersicht. Der Aufwand lässt sich am Bedarf ausrichten, oft genügt zunächst eine Karte der wärmsten Bereiche, verknüpft mit den vulnerablen Einrichtungen.

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