Glossar
Fachbegriffe der kommunalen Klimaanpassung.
24 zentrale Begriffe aus Klimaanpassungsrecht, Risikoanalyse, Fördermitteln und Umsetzung, verständlich erklärt und mit weiterführenden Artikeln verknüpft.
- Klimaanpassung
- Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen, mit denen sich Gesellschaft, Infrastruktur und Natur auf die Folgen des Klimawandels einstellen, etwa auf Hitze, Dürre und Starkregen. Sie ergänzt den Klimaschutz: Während Klimaschutz die Ursachen des Klimawandels begrenzt, reduziert Klimaanpassung dessen unvermeidbare Auswirkungen. Für Kommunen bedeutet dies, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Daseinsvorsorge widerstandsfähig zu gestalten. Mehr im Artikel
- Klimaanpassungsgesetz (KAnG)
- Das Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG) trat am 1. Juli 2024 in Kraft und schafft erstmals einen bundesweiten Rahmen für vorsorgende Klimaanpassung auf allen staatlichen Ebenen. Es verpflichtet Bund und Länder zu Anpassungsstrategien und regelt, dass Kommunen nach näherer Ausgestaltung durch Landesrecht Klimaanpassungskonzepte erstellen sollen. Konkrete Pflichten und Fristen für Kommunen ergeben sich überwiegend aus den Landesgesetzen, die die Länder bis voraussichtlich 2027 schaffen. Mehr im Artikel
- Berücksichtigungsgebot
- Das Berücksichtigungsgebot ist eine zentrale Vorgabe des KAnG: Öffentliche Stellen müssen das Ziel der Klimaanpassung bei ihren Planungen und Entscheidungen berücksichtigen. Es handelt sich um einen Abwägungsbelang, nicht um die Pflicht zu bestimmten Einzelmaßnahmen – die Klimaanpassung ist also einzustellen und zu gewichten, kann aber gegen andere Belange abgewogen werden. Die Regelung entfaltet ihre Wirkung seit Anfang 2025. Mehr im Artikel
- Klimaanpassungskonzept
- Ein Klimaanpassungskonzept ist das strategische Planungsdokument einer Kommune, das Betroffenheiten analysiert, Ziele festlegt und konkrete Anpassungsmaßnahmen priorisiert. Es verbindet in der Regel eine Klimawirkungs- oder Klimarisikoanalyse mit einem Maßnahmenkatalog und Zuständigkeiten. Ein solches Konzept ist häufig Voraussetzung für Fördermittel und dient als Grundlage für die schrittweise Umsetzung. Mehr im Artikel
- Klimawirkungsanalyse
- Die Klimawirkungsanalyse untersucht, welche klimatischen Veränderungen in einem Gebiet auftreten und welche Wirkungen sie auf Menschen, Infrastruktur und Umwelt haben. Sie kombiniert Klimadaten (z. B. Hitze- und Starkregenszenarien) mit der räumlichen Situation vor Ort. Ergebnisse sind meist Karten und Bewertungen, die aufzeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Mehr im Artikel
- Klimarisikoanalyse
- Die Klimarisikoanalyse bewertet das Risiko aus dem Zusammenspiel von Klimagefahr, Betroffenheit und Verletzlichkeit (Vulnerabilität) eines Systems. Sie ordnet Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Schadensausmaß und macht sie so vergleichbar. Für Kommunen ist sie eine wichtige Grundlage, um Maßnahmen zu priorisieren und Ressourcen gezielt einzusetzen. Mehr im Artikel
- Betroffenheitsanalyse
- Die Betroffenheitsanalyse ermittelt, welche Bereiche einer Kommune – etwa Wohngebiete, Infrastruktur oder vulnerable Gruppen – von Klimafolgen betroffen sind und wie stark. Sie verknüpft die räumliche Verteilung von Gefahren mit der Empfindlichkeit der betroffenen Nutzungen. Damit liefert sie die Basis, um Schwerpunkte für Anpassungsmaßnahmen zu setzen. Mehr im Artikel
- Vulnerabilität
- Vulnerabilität (Verletzlichkeit) beschreibt, wie anfällig ein System – etwa eine Bevölkerungsgruppe, ein Stadtquartier oder eine Infrastruktur – gegenüber Klimafolgen ist. Sie ergibt sich aus der Empfindlichkeit gegenüber einer Belastung und der Fähigkeit, sich anzupassen oder zu bewältigen. Ältere Menschen, Kleinkinder und Vorerkrankte gelten beispielsweise bei Hitze als besonders vulnerabel. Mehr im Artikel
- Klimaresilienz
- Klimaresilienz bezeichnet die Fähigkeit einer Kommune oder eines Systems, klimabedingte Belastungen zu überstehen, sich zu erholen und sich weiterzuentwickeln. Eine resiliente Stadt kann etwa Hitzeperioden oder Starkregen abfedern, ohne dass zentrale Funktionen der Daseinsvorsorge ausfallen. Klimaresilienz ist ein übergeordnetes Ziel der Klimaanpassung. Mehr im Artikel
- Urbane Hitzeinsel (UHI)
- Die urbane Hitzeinsel (Urban Heat Island, UHI) beschreibt das Phänomen, dass sich Städte stärker aufheizen als ihr ländliches Umland. Ursachen sind versiegelte Flächen, dichte Bebauung, wenig Grün und die Speicherung von Wärme in Baustoffen. Besonders nachts kühlen betroffene Quartiere schlechter ab, was die gesundheitliche Belastung bei Hitze erhöht. Mehr im Artikel
- Hitzeaktionsplan
- Ein Hitzeaktionsplan bündelt Maßnahmen, mit denen eine Kommune die gesundheitlichen Folgen von Hitze verringert, insbesondere für vulnerable Gruppen. Er umfasst meist kurzfristige Vorkehrungen wie Warnketten, Trinkwasserangebote und angepasste Betriebsabläufe sowie längerfristige bauliche und planerische Maßnahmen. Grundlage sind häufig Hitzekarten, die besonders belastete Bereiche sichtbar machen. Mehr im Artikel
- Hitzekarte / Hitzekataster
- Eine Hitzekarte stellt die räumliche Verteilung der thermischen Belastung in einer Kommune dar und macht Hitzebrennpunkte sichtbar. Ein Hitzekataster erweitert dies zu einer systematischen, fortschreibbaren Datengrundlage, die Belastung und betroffene Nutzungen verknüpft. Beide dienen als Grundlage für Hitzeaktionspläne und die Priorisierung von Maßnahmen. Mehr im Artikel
- Hitze-Hotspot
- Ein Hitze-Hotspot ist ein räumlicher Bereich mit besonders hoher thermischer Belastung, etwa ein dicht bebautes, stark versiegeltes Quartier ohne Grün und Verschattung. Solche Bereiche sind bei Hitzewellen für die Bevölkerung besonders gefährlich, vor allem wenn dort vulnerable Gruppen leben. Die Identifikation von Hitze-Hotspots hilft, Anpassungsmaßnahmen dort zu bündeln, wo sie am dringendsten sind. Mehr im Artikel
- Starkregen
- Starkregen bezeichnet große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit, die die Aufnahmefähigkeit von Böden und Kanalisation überschreiten können. Solche Ereignisse treten oft lokal und schwer vorhersehbar auf und können zu Überflutungen abseits von Gewässern führen. Mit dem Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit intensiver Starkregen, weshalb Vorsorge für Kommunen wichtiger wird. Mehr im Artikel
- Starkregengefahrenkarte
- Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, welche Bereiche einer Kommune bei intensiven Regenereignissen überflutet werden können und wie hoch das Wasser voraussichtlich steht. Sie beruht auf Geländemodellen und Abflusssimulationen und macht Fließwege sowie Senken sichtbar. Kommunen nutzen sie für Vorsorge, Bauleitplanung und die Information von Eigentümerinnen und Eigentümern. Mehr im Artikel
- Schwammstadt
- Das Schwammstadt-Prinzip beschreibt eine Stadt, die Regenwasser wie ein Schwamm aufnimmt, speichert und zeitverzögert wieder abgibt, statt es schnell abzuleiten. Dazu dienen entsiegelte Flächen, Gründächer, Mulden, Rigolen und Grünflächen, die Wasser zurückhalten und verdunsten lassen. Das Prinzip verbindet Überflutungsvorsorge mit Kühlung und verbessert das Stadtklima. Mehr im Artikel
- Entsiegelung
- Entsiegelung bezeichnet das Entfernen versiegelter Oberflächen wie Asphalt oder Beton, um Böden wieder für Versickerung, Bewuchs und Verdunstung freizulegen. Sie verringert Überflutungsrisiken bei Starkregen und mildert die Aufheizung von Flächen bei Hitze. Für Kommunen ist Entsiegelung eine wirksame und häufig förderfähige Anpassungsmaßnahme. Mehr im Artikel
- Gründach / Fassadenbegrünung
- Gründächer und Fassadenbegrünungen sind bepflanzte Dach- und Wandflächen, die Regenwasser zurückhalten und durch Verdunstung kühlend wirken. Sie reduzieren die Aufheizung von Gebäuden, verbessern das Kleinklima und fördern die Biodiversität. Als bauliche Anpassungsmaßnahmen sind sie in vielen Förderprogrammen von Bund, Ländern und Kommunen berücksichtigt. Mehr im Artikel
- Überflutungsvorsorge
- Überflutungsvorsorge umfasst alle Maßnahmen, mit denen sich eine Kommune auf Überflutungen durch Starkregen oder Hochwasser vorbereitet und Schäden begrenzt. Dazu zählen wassersensible Planung, Notwasserwege, Rückhalteflächen sowie die Information betroffener Anlieger. Ziel ist es, Wasser gezielt und schadlos abzuleiten oder zurückzuhalten, wo Überflutungen nicht vollständig vermeidbar sind. Mehr im Artikel
- Wirkungsmonitoring
- Wirkungsmonitoring bezeichnet die systematische Beobachtung, ob und wie umgesetzte Anpassungsmaßnahmen ihre Ziele erreichen. Über Indikatoren und wiederkehrende Erhebungen wird geprüft, ob sich Betroffenheit und Risiko verringern. Es macht Fortschritte nachvollziehbar und erlaubt es, Maßnahmen bei Bedarf nachzusteuern. Mehr im Artikel
- Maßnahmenkatalog
- Ein Maßnahmenkatalog ist eine strukturierte Zusammenstellung möglicher Anpassungsmaßnahmen mit Angaben zu Wirkung, Zuständigkeit, Aufwand und Priorität. Er überführt die Ergebnisse von Risiko- und Betroffenheitsanalysen in konkrete Handlungsoptionen. Als Kernbestandteil eines Klimaanpassungskonzepts erleichtert er Priorisierung, Beschlussfassung und Umsetzung. Mehr im Artikel
- Kommunalrichtlinie (KRL)
- Die Kommunalrichtlinie (KRL) ist ein Förderinstrument des Bundes im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, das Kommunen bei Klimaschutz und teils bei damit verbundenen Aufgaben unterstützt. Sie fördert unter anderem Personalstellen, Konzepte und investive Maßnahmen. Für Kommunen ist sie ein zentraler Baustein der Finanzierung kommunaler Klimaaktivitäten; Förderbedingungen sollten stets in der jeweils gültigen Fassung geprüft werden. Mehr im Artikel
- Nationale Klimaschutzinitiative (NKI)
- Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) ist ein Förderprogramm des Bundes, das seit 2008 Klimaschutzprojekte in Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützt. Über sie werden unter anderem die Kommunalrichtlinie und weitere Förderangebote umgesetzt. Sie ist ein wichtiger Rahmen, in dem kommunale Fördermittel für Klimaaktivitäten bereitgestellt werden. Mehr im Artikel
- Förderfahrplan
- Ein Förderfahrplan ist eine strukturierte Übersicht, die passende Förderprogramme mit den geplanten Vorhaben und deren zeitlicher Abfolge verknüpft. Er zeigt, welche Maßnahme über welches Programm, in welchem Zeitraum und unter welchen Bedingungen finanziert werden kann. Für Kommunen schafft er Planungssicherheit und hilft, Antragsfristen und Kofinanzierung aufeinander abzustimmen. Mehr im Artikel
