Klimaanpassung in der Kommune

Klimarisiko- und Klimawirkungsanalyse für Kommunen

Wie eine Klimarisiko- und Klimawirkungsanalyse abläuft: Klimasignale, Betroffenheit, Bewertung, die Grundlage für Konzept, Maßnahmen und Förderung.

Stephan Grabner
Stephan Grabner

Geodaten/GIS & Klimaanalyse · Khoch3 KlimaKarten

Kurz gesagt. Eine Klimarisiko- und Klimawirkungsanalyse zeigt, welche Klimafolgen Ihre Kommune wie stark treffen, und wo. Sie verbindet Klimadaten (Hitze, Starkregen, Trockenheit) mit Ihrer konkreten Betroffenheit vor Ort und bewertet, welche Risiken vordringlich sind. Sie ist die Grundlage für Konzept, Maßnahmen und Förderanträge. Ehrlich: Die Analyse ersetzt keine Detailplanung, sie zeigt, wo diese nötig ist.

Warum das für Ihre Kommune zählt. Ohne belastbare Analyse werden Maßnahmen nach Bauchgefühl oder politischem Druck ausgewählt, und sind angreifbar. Fördergeber verlangen zunehmend eine nachvollziehbare Risikobewertung als Begründung. Und intern hilft die Analyse, knappe Mittel dorthin zu lenken, wo sie den größten Schaden verhindern. Sie ist damit die Versicherung gegen teure Fehlinvestitionen.

Was unterscheidet Risiko- von Wirkungsanalyse?

Die Begriffe werden oft vermischt. Die Klimawirkungsanalyse fragt: Welche Folgen des Klimawandels wirken auf welche Bereiche (Gesundheit, Infrastruktur, Grün, Wirtschaft)? Die Klimarisikoanalyse verknüpft diese Wirkungen mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß und leitet daraus eine Priorität ab. Das Umweltbundesamt hat mit der Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) für den Bund die Methodik vorgeprägt; für Kommunen wird sie kleinteiliger und ortsbezogen angewandt. In der Praxis laufen beide Schritte ineinander.

Welche Daten brauchen Sie?

Zwei Seiten müssen zusammenkommen. Erstens die Klimaseite: Kennwerte des DWD zu Hitzetagen und Tropennächten, Starkregen- und Niederschlagsdaten, Klimaprojektionen. Zweitens die Betroffenheitsseite: Wo wohnen viele ältere Menschen, wo liegen Kitas und Kliniken, wo verläuft die Kanalisation, wo sind versiegelte Flächen und Kaltluftschneisen? Vieles liegt bereits in Ihrer Verwaltung vor, in Bebauungsplänen, Melderegister-Auswertungen, Grün- und Kanalkatastern. Der Aufwand liegt oft weniger in der Beschaffung als in der Zusammenführung.

Wie kommen Sie von der Analyse zur Entscheidung?

Das Ergebnis sind Karten und Bewertungen, die Hotspots sichtbar machen: den überhitzten Quartiersplatz, die Senke mit Überflutungsgefahr, das Viertel mit vulnerabler Bevölkerung und wenig Grün. Diese Hotspots ordnen Sie nach Dringlichkeit. Daraus leiten Sie ab, wo Sie zuerst genauer planen und Maßnahmen ansetzen. Wichtig ist, die Analyse als lebendes Instrument zu führen und mit neuen Daten fortzuschreiben, nicht als einmaliges Gutachten in der Schublade.

Die ehrliche Grenze. Eine Risikoanalyse arbeitet mit Modellen und Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Gewissheiten. Sie zeigt, wo Risiken hoch sind, nicht, ob und wann genau ein Ereignis eintritt. Für die konkrete bauliche Umsetzung braucht es anschließend Detailgutachten. Und die Qualität steht und fällt mit Ihren Eingangsdaten: veraltete Kataster führen zu unscharfen Ergebnissen.

Wann sich KomAdapt lohnt. Genau hier setzt das Modul Risiko- und Betroffenheitsanalyse an: Es führt Klima- und Betroffenheitsdaten zusammen und erzeugt nachvollziehbare Karten und Bewertungen, ohne dass Sie mehrere Fachtools parallel bedienen. Für die Stadt Meinerzhagen sind auf diese Weise Hitzekarten entstanden, die Hotspots konkret verorten. Wie das aussieht, sehen Sie am schnellsten in einer Demo.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine kommunale Klimarisikoanalyse?

Eine erste, überblicksartige Analyse auf Basis vorhandener Daten ist in wenigen Wochen machbar. Eine vertiefte Analyse mit eigener Datenerhebung dauert mehrere Monate. Sinnvoll ist ein gestuftes Vorgehen: erst grob screenen, dann gezielt vertiefen.

Was kostet eine Klimarisikoanalyse?

Von wenigen Tausend Euro für ein Screening bis in den fünfstelligen Bereich für vertiefte Analysen. Analysen sind über die Kommunalrichtlinie und teils über Landesprogramme förderfähig, prüfen Sie die Förderung, bevor Sie beauftragen.

Welche Datenquellen sind seriös?

Für Klimadaten sind DWD und UBA die zentralen Quellen. Für die Betroffenheitsseite nutzen Sie eigene kommunale Daten. Diese Kombination ist die belastbarste Grundlage.

Brauchen wir die Analyse vor dem Konzept?

Ja. Das Konzept baut auf der Analyse auf: Erst wenn Sie wissen, wo welche Risiken bestehen, können Sie sinnvolle Ziele und Maßnahmen ableiten. Ohne sie fehlt dem Konzept die Begründung, und Fördergeber fragen genau danach.

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